Fachtagung Leistungssport 2011

Mitte September diskutierten Vertreter der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und der Landesfachverbände gemeinsam mit dem Landessportbund NRW in Duisburg die aktuelle Situation im Kampf gegen Doping.

Die Relevanz der Dopingprävention zeigte Dr. Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender des LSB, auf: „Doping ist eine Bedrohung des Leistungssports, dagegen müssen wir uns wehren! Der organisierte Wettkampfsport ist ein Alleinstellungsmerkmal der Vereine. Dieses gilt es zu schützen, indem wir uns aktiv für die Dopingprävention und Wertevermittlung wie Fairplay einsetzen.“

Die Fachverbände zeigten sich mit der Informationsqualität und -fülle der NADA zum Thema Dopingprävention sehr zufrieden.

Sie begrüßten auch die Online-Angebote speziell für junge Athleten. Zukünftig wünschen sich die Verbände, dass die NADA noch prägnanteres Informationsmaterial zur Verfügung stellt, das von Vereins- und Verbandsvertretern für interne Schulungen genutzt werden kann. Der LSB plant in Zusammenarbeit mit der NADA für das nächste Jahr spezielle Seminare zur Ausbildung von Multiplikatoren.

 

In drei themengleichen Workshops standen unter der Moderation der Leistungssportreferenten des LSB die NADA Mitarbeiter bereit, um mit den Fachverbandsvertretern über den Nutzen, die Nachhaltigkeit und die Effektivität der Materialien und Maßnahmen für die Fachverbandsarbeit zu diskutieren.

Diskutiert wurden folgende Fragestellungen:

  • Wie bewerten die Teilnehmer die Maßnahmen und Materialien der NADA für die Verbandsarbeit?
  • Wie können die Maßnahmen und Materialien der NADA effektiv und nachhaltig durch die Fachverbände eingesetzt werden?
  • Wie können die Trainer und Übungsleiter der Fachverbände effektiv informiert werden?
  • Welche Rolle spielen die Anti-Doping-Beauftragten der Fachverbände bei der Präventionsarbeit?
  • Wie könnte der Anforderungskatalog für die Anti-Doping-Beauftragten der Fachverbände aussehen?
  • Wie können die Teilnehmer als Multiplikatoren tätig werden?
  • Welche Unterstützungsleistungen erwarten die Fachverbände vom LSB/von der NADA?

Von den Teilnehmern wurde angemerkt, dass

  • die Nahrungsergänzungsmittelproblematik weiterhin diskutiert werden muss. Auf die "Kölner Liste" mit Nahrungsergänzungsmitteln soll verwiesen werden.

  • die Trainer sich kurz und schnell im Thema zu Recht finden müssen und es einfach an die Athleten transportieren. Es wurde vorgeschlagen eine Veranstaltung für Trainer auf Fachebene zu organisieren. Der LSB sollte das Thema in überfachliche Fortbildungen einbeziehen.

  • es von den Broschüren eine kurze Zusammenfassung für unterschiedliche Bildungsniveaus geben soll. Die Elternbroschüre muss auch für einen niedrigeren Bildungsstand vereinfacht vorgelegt werden.

  • bekannte Dopingfallen gebündelt beispielhaft in einer kleinen Broschüre zusammengestellt und veröffentlicht werden sollen.

  • die Idee, Multiplikatorenschulungen in Kooperation mit der NADA durchzuführen, weiter verfolgen werden soll. Sie werden als sinnvoll erachtet. Der Kanu-Verband hat solche schon gemacht. Es sollten mehr stattfinden.

  • die ADBs grundsätzlich noch mehr in die Arbeit eingebunden werden müssen.

  • der LSB mit den von der NADA entwickelten Unterrichtsmaterialien auf die NRW Sportschulen zugehen soll, um diese in den Unterricht einzubringen (Pilotprojekt).

  • prominente Athleten als Fair Play Botschafter bei der ein oder anderen Veranstaltung eingebunden werden sollen.

  • mehr Tests für D-Kader durchgeführt werden sollen.

  • Materialien und Fortbildungen für Anti-Doping-Beauftragte gewünscht werden.

  • es NADA-mobil auch für "normale" Handys geben soll. Weitere App`s sollen entwickelt werden.

  • die Medikamentenmissbrauch-Aufklärung in die Lehrpläne der Schulen eingefügt werden soll.

  • die Anti-Doping-Erklärung für Sportler in jugendgebräuchlichem Wortschatz formuliert werden sollte. Sie ist zu kompliziert formuliert und wird von der Zielgruppe oft nicht verstanden.

Insgesamt wurden die neuen Präventionsmaterialien der NADA sehr begrüßt. Der Trainerinfo-Ordner war nur wenigen bekannt. Der Stick wird als gute Lösung angesehen. Es wurde die Frage gestellt, ob auch ein eigener USB-Stick mit Makro geladen werden kann oder dieses später ermöglicht wird.

Die Infomaterialien wurden als hilfreich bewertet, besonders die Jugend/ Eltern-broschüre und die e-learning Plattform.

Weitergehende Informationen finden Sie auch hier.

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