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Spezialisten nicht nur für Top-Sportler

15.09.2016


In NRW ist sie einzigartig und bundesweit fast konkurrenzlos: Die Sportklinik Hellersen. Man muss kein Sportler sein, um hier behandelt zu werden.  Aber ist man einer, dann ist dies im Fall der Fälle die erste Adresse. Denn dort arbeiten Spezialisten zusammen, denen selbst Olympiasieger vertrauen. 

Matthias Wild* atmet auf. Bei ihm steht wohl keine OP an. Der Freizeitkicker ist wegen latenter Knieschmerzen extra aus Hamm nach Hellersen gekommen und sitzt angespannt im Untersuchungsraum der Zentralambulanz: „Ich dachte, wenn die Ärzte hier Topsportler behandeln, bin ich auf der sicheren Seite“, nennt er den Grund für seine weite Anreise, „ich will auf jeden Fall weiter Sport treiben.“ Da ist er beim leitenden Arzt Andreas Groll genau richtig. Als Verbandsarzt der U15-,  U19- und U20-Fußball-Nationalmannschaften der Frauen kennt er sich nicht nur mit weiblichen Beinen aus. Nach einem gründlichen Check der Kniegelenke des 53-Jährigen – deren Überstreckbarkeit ist nicht zu übersehen – beruhigt ihn der Vertrauen erweckende Mediziner. „Ich bin zuversichtlich, dass  Sie mit kniestabilisierendem Sport wie Radfahren, Balanceübungen sowie Physiotherapie ihre Probleme in den Griff kriggen.“ Aufatmen...

Auch wenn die einzige „Sportklinik des Sports“ mit über 6.000 orthopädischen Operationen pro Jahr – von der „einfachen“ Verletzung bis zu Hüftprothese und Gelenkersatz – über einen enormen Erfahrungsschatz verfügt, gilt: „Es geht uns stets um das beste Verfahren, um einen Sportler zurück „ins Spiel“ zu bringen. Dazu schöpfen wir die ganze Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten aus“, erläutert Klinikchefin Wiebke Schandelle.

Geballtes Know-How: Spezialisten bilden fachübergreifende Teams

Zum Beispiel die Schmerztherapie. Deren Abteilungschef ist Dr. Ralph Spintge. Gerade noch musste er eine Patientin wegen starker Schmerzen stationär aufnehmen. „Sie konnte sich kaum noch bewegen“, konstatiert er nachdenklich. Jährlich finden rund 1.400 Patienten, Sportler und Nichtsportler, den Weg in seine Abteilung, viele werden anderswo nicht mehr therapiert. Ein Drittel sind besonders schwere Fälle. „Die brauchen ein Sonderprogramm, das wir multimodale stationäre Schmerztherapie nennen“, erläutert der Arzt, „dabei arbeiten wir  im  Team  über  Fach-  und  Berufsgrenzen  hinweg  zusammen: Schmerzmediziner, Orthopäden, Anästhesisten, Psychologen, Sport- und Physiotherapeuten sowie gezielt ausgebildete ‚Pain-nurses‘.“ Neben der medikamentösen Behandlung kommen Achtsamkeits- und Mentaltraining, Yoga und Musiktherapie zum Einsatz. Und Sport und Bewegung. „Ein solches Angebot finden Sie in Deutschland nicht noch einmal“, weiß er. Geschweige denn mit einem Mediziner an der Spitze, dem 2015 der Deutsche Schmerzpreis verliehen wurde.

Hohes Renommee besitzt auch Dr. Stefan Nolte, Chefarzt der Abteilung „Konservative Orthopädie und Wirbelsäulenzentrum“. Er fungiert zugleich als Verbandsarzt des Deutschen Schützenbundes und hat dessen Olympiateilnehmer in Rio betreut. Die Freude über das tolle Abschneiden ist ihm noch anzumerken. Drei Gold- und zwei Silbermedaillen! „Das gibt es nicht noch einmal“, ist er stolz. In Hellersen verfolgt der Chefarzt das klare Ziel, Patienten möglichst nicht zu operieren. „Wir behandeln mit spezifischen, rückenmarksnahen Injektionsverfahren – hier haben wir eine große Erfahrung – und Physiotherapie.“ In der hauseigenen Abteilung wirken Physiotherapeuten, Sportlehrer, Masseure und medizinische Bademeister mit gezielt auf das Krankheitsbild bezogenen Therapien zusammen.

*Name geändert

Den vollständigen Artikel von Michael Stephan lesen Sie in der September-Ausgabe der "Wir im Sport".

Bild: Andrea Bowinkelmann