Pakt/Bündnis für den Sport mit der Landesregierung NRW

Auszüge aus dem Koalitionsvertrag, die den Sport betreffen

Die neue Landesregierung ist im Amt und es freut uns, dass im nun abgeschlossenen Koalitionsvertrag zwischen NRW SPD und Bündnis 90/Die Grünen "Gemeinsam neue Wege gehen" einige zentrale Forderungen des Landessportbundes NRW festgeschrieben sind.

So strebt die rot-grüne Koalition eine "vertragliche Regelung für die gesamte Legislaturperiode an, in der dem Landessportbund NRW Planungssicherheit für seine vielfältigen Aktivitäten und wichtigen Aufgaben gegeben werden kann". Wenn die dann vertraglich zugesicherte Summe sich im Rahmen der Erfordernisse des organisierten Sports bewegen wird, dann ist uns ein großer Erfolg gelungen.

Hier Auszüge aus dem Koalitionsvertrag (S. 64f), mit zentralen Aussagen zum Sport:

Wir bewegen NRW

Sport trägt als wichtiger Teil unserer Alltagskultur nachhaltig zur Integration in unserer Gesellschaft bei. Sport bietet den Menschen die Möglichkeit, ethnische, kulturelle und soziale Grenzen und Unterschiede zu überwinden. Darüber hinaus leistet er einen unersetzlichen Beitrag zur Gesundheitsprävention. Der Vereins-, Breiten- und Leistungssport sowie die Jugendarbeit im Sport bedürfen deshalb einer gezielten Förderung, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Verständnis für eine gesunde Lebensführung und die Werte des Fairplay zu vermitteln. Sport fördert darüber hinaus bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement.

Wir wollen insbesondere auch die neuen Entwicklungen innerhalb des Sporttreibens stärker begleiten und innovative Modelle innerhalb und außerhalb traditioneller Vereinsstrukturen unterstützen. Wir brauchen eine neue Offensive für mehr Sportgelegenheiten und für eine spiel- und bewegungsfreundliche Umwelt. Der Zugang zu den Sportstätten und Schwimmbädern darf nicht am Geldbeutel scheitern. Zudem wollen wir den Sport von Menschen mit körperlicher als auch geistiger Behinderung stärker fördern.

Wir verstehen Sportpolitik als Querschnittaufgabe, die nur in enger Kooperation mit anderen Politikbereichen weiterentwickelt werden kann. So ist insbesondere die bewegungsfreudige Schule unser Ziel. Dazu benötigen wir eine ausreichende Anzahl von Lehrerinnen und Lehrer innerhalb des Schulsportes, damit der Sportunterricht im vorgesehenen Umfang von drei Wochenstunden erteilt werden kann. Wir prüfen das Projekt "tägliche Sportstunde" über den bestehenden Rahmen hinaus auszuweiten. Der Schwimmunterricht muss einen höheren Stellenwert erreichen. Darüber hinaus wollen wir Sport und Bewegung auch in Kindergärten und Kindertagesstätten fördern.

Wir wollen die Schule als Bewegungsraum über den regulären Sportunterricht hinaus fördern und stärken. Dieser muss vielfältig gestaltet und verlässlich organisiert sein. Hierbei sind die Sportvereine und ihre Verbände unsere verlässlichen und bewährten Partner.

Pakt für den Sport

Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und dem Landessportbund in einem Pakt für den Sport für die gesamte Legislaturperiode verbindlich regeln. In dieser Vereinbarung sollen sportpolitische Schwerpunkte und Handlungsstränge mit der Fokussierung auf Kinder und älter werdende Menschen, die Förderung von Talenten, die Gesundheitsprävention und die Gestaltung von Bewegungsräumen festgeschrieben werden. Wir wollen die Schule als Bewegungsraum über den regulären Sportunterricht hinaus fördern und stärken.

Der Landessportbund benötigt aufgrund der rückläufigen Einnahmen aus Wett- und Lotteriespielen unsere Unterstützung. Wir streben eine vertragliche Regelung für die gesamte Legislaturperiode an, in der dem Landessportbund Planungssicherheit für seine vielfältigen Aktivitäten und wichtigen Aufgaben gegeben werden kann.

Wir werden uns für die Schaffung weiterer Sportschulen in NRW einsetzen, in denen talentierte Kinder und Jugendliche mit ihren sportlichen Fähigkeiten besonders gefördert werden und gleichzeitig eine qualifizierte Schulausbildung erhalten.

Wir setzen uns für den Ausbau der Sportstätten und die Beibehaltung sowie die Weiterentwicklung der Sportpauschale ein. Diese müssen auch auf bestimmte Zielgruppen wie Frauen und Mädchen, Migrantinnen und Migranten, ältere Menschen bzw. Menschen mit Behinderungen zugeschnitten sein. Mit Beendigung der Maßnahmen des Konjunkturprogramms II werden wir Bestand aufnehmen, welche Defizite im Bereich der Sportstätten prioritär zu beheben sind.

Das ehrenamtliche Engagement im Sport wollen wir stärken. Hierzu gehört auch die hochwertige und kontinuierliche Qualifizierung der Übungsleiterinnen und Übungsleitern. Dazu sind entsprechende Angebote bereit zu stellen. Wir fördern die stärkere Einbindung von Frauen, Migrantinnen und Migranten und Seniorinnen und Senioren auf allen Ebenen des Sportes.

Der Leistungssport hat nach wie vor eine immens hohe Bedeutung. Wir unterstützen bei der Förderung des Leistungssports alle Aktivitäten, bei denen besonderer Wert auf Chancengleichheit bei der Entdeckung von Talenten gelegt wird. Die Nachwuchsförderung im Leistungssport soll noch gezielter und die Rahmenbedingungen verbessert werden.

Mit der Frauenfußball WM 2011 wird ein weiteres großes Sportereignis in Deutschland ausgetragen. NRW ist mit vier Spielorten zentraler Austragungsort der WM. Wir werden dafür sorgen, dass NRW sich als guter, sportbegeisterter und weltoffener Gastgeber präsentiert.

Wir stehen für einen sauberen Sport und bekämpfen entschieden jede Form des Dopings. Neue Doping-Methoden müssen frühzeitig erkannt und dementsprechende, aktuelle Nachweisverfahren entwickelt werden. Wir treten für einen humanen Leistungssport ein, bei dem Respekt, Toleranz und Unversehrtheit im Vordergrund stehen. Der sportliche Nachwuchs muss so früh wie möglich über die Gefahren des Dopings informiert und über die ethischen Grundlagen des Sports aufgeklärt werden. Auch Gewalt, Rassismus, Homophobie und Sexismus haben im Sport nichts verloren. Wir werden die Gewaltprävention und die Antidiskriminierungsarbeit auf die Ebene der Vereine fördern und unterstützen.

Am 13. Februar 2008 haben die damalige Landesregierung und der Landessportbund NRW das "Bündnis für den Sport" unterzeichnet. Mit diesem "Bündnis für den Sport" wurde dem bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement in den rund 20.000 Sportvereinen in Nordrhein-Westfalens Unterstützung zugesagt.

Die erste Vereinbarung mit der Landesregierung NRW wurde als "Pakt für den Sport" bereits 2002 abgeschlossen.

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