Das Ehrenamt besser würdigen...

500.000 Menschen engagieren sich in NRW freiwillig im Sport

Das Beste zum bürgerschaftlichen Engagement zuerst: Eine Viertelmillion Menschen in NRW wäre grundsätzlich bereit, sich zusätzlich ehrenamtlich und freiwillig in Sportvereinen zu engagieren. Doch der Konjunktiv macht nachdenklich. Das Gros der Engagierten und grundsätzlich Interessierten beklagt die mangelnde Anerkennung ihres Einsatzes, und damit ist nicht nur und auch nicht in erster Linie der monetäre Aspekt gemeint.  

Eine halbe Million Menschen engagieren sich als ehrenamtliche Funktionsträger oder freiwillige Helfer im Sport in NRW. Sie leisten enorm wertvolle Beiträge zu unserer Gesellschaft, zum Beispiel in den Bereichen Erziehung, Bildung, Integration. 

Ehrenamtliches Engagement im Sport ist rückläufig

Ohne diesen Einsatz wäre die Situation in vielen sozialen Bereichen dramatisch schlechter. Politik und Gesellschaft stünden vor einem Berg ungelöster Probleme. Die Zahl von knapp 188.000 Trainer und Übungsleiter, von etwa 178.000 Funktionsträger in Vorständen der Sportvereine in NRW und noch einmal fast so vieler freiwilliger Helfer, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass der Trend zur Bereitschaft, ehrenamtlich zu arbeiten, in den letzten fünf Jahren dramatisch rückläufig ist: Über 65.000 Menschen engagieren sich weniger im Sport als noch vor fünf Jahren!  

Deshalb fehlt es an vielen Stellen an freiwilligen Mitarbeitern und Ehrenamtlern, notwendige Angebote können nicht vorgehalten, erfolgreich Begonnenes kann nicht weitergeführt werden. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, die individuelle Begleitung von Menschen nach Erkrankungen oder mit Behinderungen sowie die Übergänge zwischen Lebensphasen... Dies alles sind Herausforderungen der Gesellschaft, für die die Sportvereine einen unschätzbaren Beitrag leisten.  

Ehrenamtliche erhalten zu wenig Anerkennung

Zugegeben, die Aufwandsentschädigungen sind wahrlich nicht fürstlich, aber dieser Aspekt rangiert bei den Motiven zum Engagement weit hinter anderen. Dazu gehören die Freude über Gemeinschaftserlebnisse, das Zwischenmenschliche in all seinen Facetten, die Freude am Auf – und Ausbau von Fähigkeiten und Fertigkeiten (eigenen und denen der Sportler) sowie eine positive Rückmeldung der kleinen und großen Sportlerinnen und Sportler und der Gesellschaft.  

Weil aber zu viel als selbstverständlich hingenommen wird und die Freiwilligen oft wenig bis keine spürbare Anerkennung in ihren Vereinen, Gemeinden und der Gesellschaft erhalten, haben viele keine Lust mehr – und hören auf. 

Landessportbund NRW gibt Hilfen zur besseren Würdigung des Ehrenamtes

Der Landessportbund NRW bietet deshalb für die Verantwortlichen aus Fachverbänden, Stadt- und Kreissportbünden, Stadtsportverbänden  und Vereinen Unterstützungen und Impulse an, um die wichtige Anerkennungskultur in der Praxis zu verbessern. Zugleich stellt er das Thema bewusst auch in den Zusammenhang mit dem „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“ und der „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ vom 16. – 25.09.2011. 

Ein Workshop zur Anerkennungskultur findet am Montag, 19. September, in der Zeit von 18 – 21 Uhr in der Geschäftsstelle des Landessportbundes NRW in Duisburg, Friedrich-Alfred-Straße 25, statt. Auf dem Programm stehen neben der Vorstellung aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse und praktischer Erfahrungen zur Anerkennungskultur auch Impulse aus der Praxis und die Präsentation praktikabler Verbesserungsprojekte. 

In Diskussionsrunden werden Schwerpunkte auf die besondere Situation von Vereinen, Verbänden und Bünden gesetzt. Auch Aspekte der Anerkennungskultur in unserer Gesellschaft werden thematisiert.

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