In England gibt es sprechende Teller, die fragen: „Haben Sie wirklich noch Hunger?“ Auch in Deutschland werden die Menschen immer dicker. Und nicht nur dass, in den letzten 25 Jahren hat die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen deutlich nachgelassen. Was tun? Eine Initiative auf Landesebene heißt „NRW bewegt IN FORM“. Am 23. November fand die 3. Regionale Fachkonferenz in Wuppertal statt.
Professor Dr. Ingo Froboese von der Deutschen Sporthochschule empfahl den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein 3-5maliges Ausdauertraining, gepaart mit Übungen zur Muskelkräftigung sowie Koordinationsschulung. Damit gewinnen sie Lebensjahre und Lebensqualität. „Wer sich keine Zeit für Bewegung nimmt, der wird sich viel Zeit für seine Krankheiten nehmen müssen.“ Den Essempfehlungen für Zwischenmahlzeiten könne er nicht uneingeschränkt zustimmen: „Tanken sie morgens Energie durch Kohlenhydrate, nehmen sie mittags Nährstoffe und Vitamine zu sich und abends Eiweiß. Aber `mümmeln` Sie nicht unentwegt.“
Harte Worte fand Professor Dr. Christoph Klotter, Ernährungspsychologe der Hochschule Fulda: „ Übergewicht und Fettleibigkeit sind infektiös, man steckt sich durch die Umwelt, d. h. durch das Milieu an.“ Wer hier etwas verändern wolle, der müsse die Esskultur und die Identität des sozialen Umfeldes berücksichtigen. Der Begriff „Gesundheit“ schrecke Kinder und Jugendliche ab. „Die möchten essen, was ihnen schmeckt.“ Professor Klotter ist „gegen den missionarischen Eifer der Mittelschicht“ im Hinblick auf Ernährung.
Die Fachkonferenzen wurden vom NRW-Sportministerium, dem LSB sowie dem Gesundheitscampus NRW in Kooperation mit den Ministerien für Schule sowie Verbraucherschutz organisiert.
Text: Theo Düttmann, Foto:Andrea Bowinkelmann