„Wir stehen im Sport nicht an der Spitze der Bewegung im Hinblick auf Ethik und Werte. Das ist sehr schade, denn der Sport hat eigentlich viele Möglichkeiten.“ Sylvia Schenk ...fand in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ am 11. November deutliche Worte. Der Arbeitskreis „Kirche und Sport“ hatte für seine Ethiktagung „Grenzerfahrungen im Sport“ die prominente Juristin als Rednerin gewinnen können. Die ehemalige Leichtathletin und u. a. Vorstandsmitglied von „Transparency International Deutschland“ kennt die Sportstrukturen nicht nur als Aktive, sondern auch als Funktionärin.
Sie plädierte in Mülheim für eine Neuorientierung des Sports: „Ein Konzern wie die Daimler AG verpflichtet seine Führungskräfte und Mitarbeiter auf Integrität und ethische Ansprüche. Das ist auch für den Sport vorbildlich.“ In den Sportstrukturen würden oft Menschen ausgegrenzt, die unbequeme Fragen stellen. Schenk: „Ich fordere die Verbände auf, kritischere Diskussionen zuzulassen. Letztendlich stärkt das die demokratischen Strukturen.“
Moritz Bellmann, Juniorsprecher für Dopingprävention beim DOSB, hob hervor, dass im harten Wettbewerb des Sports oft Grenzen jenseits des Legalen überschritten würden. Stichwort Doping. Gleichzeitig seien im Sport aber Werte angelegt wie Respekt gegenüber dem Gegner. „Diese Werte müssen gestärkt werden.“ Dr. Klaus Balster, Vorstandsmitglied der Sportjugend NRW, lud in seinem Beitrag über Ehrenamt dazu ein, über persönliche Ressourcen, Chancen und Perspektiven durch ehrenamtliches Engagement nachzudenken.
Text: Theo Düttmann